Altern in Zeiten des Klimawandels: eine gesellschaftliche Herausforderung, über die noch viel zu wenig gesprochen wird

Altern in Zeiten des Klimawandels: eine gesellschaftliche Herausforderung, über die noch viel zu wenig gesprochen wird

Medienmitteilung vom 25. Juni 2026

Während die sommerlichen Hitzetemperaturen die Auswirkungen des Klimawandels konkret spürbar machen, ruft GERONTOLOGIE CH dazu auf, die Bedürfnisse der älteren Menschen in den Bereichen Prävention, öffentliche Gesundheit und Raumplanung stärker zu berücksichtigen. Zu diesem Thema findet am 3. September 2026 in Bern die 7. Nationale Fachtagung von GERONTOLOGIE CH statt.

Hitzewellen sind keine Ausnahmeereignisse mehr. Sie sind mittlerweile Teil einer dauerhaften Klimaveränderung und haben direkte Auswirkungen auf die Gesundheit, die Organisation der Gesundheitsversorgung, die Stadtplanung und den Alltag. Auch die Häufigkeit und die Intensität von extremen Wetterereignissen mit Folgen wie Überschwemmungen und Erdrutschen nehmen zu, wie die Katastrophe von Blatten am 28. Mai 2025 auf tragische Weise verdeutlicht hat. Für ältere Menschen sind die Herausforderungen besonders gross: Das fortschreitende Alter, chronische Erkrankungen, soziale Isolation oder auch ungeeignete Wohnverhältnisse können die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken verstärken.

Die Thematik nur auf die Vulnerabilität zu reduzieren, würde jedoch zu kurz greifen. Die alternde Bevölkerung zwingt die Gesellschaft dazu, die Anpassung an den Klimawandel neu zu denken: Wie kann man schützen, ohne zu bevormunden? Wie bleibt die Selbstbestimmung auch in Risikosituationen gewahrt? Wie lässt sich die Solidarität auf lokaler Ebene stärken? Wie kann die Alterung der Bevölkerung besser in die Politik einbezogen werden? Und was braucht es, damit ältere Menschen nicht nur als schutzbedürftige Bevölkerungsgruppe, sondern auch als Akteurinnen und Akteure der kollektiven Resilienz wahrgenommen werden?

«Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem; er betrifft auch die öffentliche Gesundheit, den sozialen Zusammenhalt und die Lebensqualität in jedem Lebensalter», betont Delphine Roulet Schwab, Präsidentin von GERONTOLOGIE CH. «Ältere Menschen sind bestimmten Risiken besonders ausgesetzt, verfügen aber auch über Erfahrungen, Wissen und Ressourcen, die stärker anerkannt werden müssen.» 

Die nationale Fachtagung «Cool bleiben im Klimawandel – Altersfragen in heissen Zeiten» greift diese Fragen auf. Sie findet am Donnerstag, 3. September 2026 in Bern statt und vereint Fachpersonen aus Forschung, Public Health, Stadtplanung, Psychologie, Gesundheitswesen, Klimageschichte und Praxis.

Die Beiträge befassen sich etwa mit der Epidemiologie und der Prävention von Hitzerisiken im Alter, den Massnahmen des Schweizer Gesundheitssystems, Best Practice auf Kantonsebene, der Rolle der Gemeinden, der Bedeutung von Grünflächen und Begegnungsorten, Vulnerabi-litäten gegenüber dem Klimawandel in der Schweiz und Naturgefahren im Kontext des Alters.

Mit dieser Fachtagung möchte GERONTOLOGIE CH eine interdisziplinäre und handlungs-orientierte Debatte anstossen. Das Ziel ist klar: die Auswirkungen des Klimawandels auf eine alternde Gesellschaft besser vorherzusehen und abzufedern, die Handlungs- und Anpassungsfähigkeit von Bevölkerung, Fachpersonen, Institutionen und öffentlichen Einrichtungen zu stärken und Umgebungen zu fördern, die auch in einem sich verändernden Klima ein gutes Altern ermöglichen.

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